Methodik
So funktioniert der AURA Score
Der AURA Score ist eine einzige Zahl von 0 bis 10, die sagt, wie genussvoll ein sardischer Strand heute wirklich ist. Es ist keine generische Wettervorhersage — es ist ein Urteil, das berücksichtigt, was einen Strandtag wirklich gelingen lässt.
Die Idee dahinter
Sarden wählen den richtigen Strand instinktiv aus. Sie lesen den Wind aus dem Küchenfenster ab, schauen, woher die Wolken kommen, und wissen: Wenn der Mistral weht, ist Is Arutas zwecklos, beim Schirokko zieht man besser nach Stintino. Urlauber, gerade beim ersten Besuch, haben diese Intuition nicht. AURA gibt jedem denselben lokalen Instinkt — gestützt auf messbare, stündlich aktualisierte Daten.
Der Score bündelt fünf Faktoren in einer einzigen Zahl: Wind, Wellen, Küstenausrichtung, Wetter und Posidonia-Risiko. Sie sehen ihn auf jeder Strandseite, im Tagesranking und auf jeder Themenseite.
1. Wind: der dominante Faktor
Der Wind trennt den unvergesslichen Tag vom Tag, den man um elf abbricht. AURA bewertet zwei Dinge: die Geschwindigkeit in km/h und — vor allem — die Herkunftsrichtung relativ zur Küstenlinie.
Eine 25-km/h-Böe von Land (offshore) lässt das Meer spiegelglatt und den Sonnenschirm stehen. Dieselbe Böe vom offenen Meer (onshore) hebt Sand, kräuselt das Wasser und macht Lesen unmöglich. Wir kennen die exakte Küstenausrichtung jedes Strands und berechnen, ob die prognostizierten Winde ablandig (positiv), parallel (neutral) oder auflandig (abwertend) wehen.
Winddaten kommen aus zwei abgeglichenen Quellen: dem hochauflösenden Open-Meteo-Modell und — wenn verfügbar — den realen Messstationen des ARPAS-Sardegna-Netzes, der Regionalwetterbehörde. Eine echte Messung schlägt immer eine Vorhersage: Prognosen können daneben liegen, Messungen nicht.
2. Wellen und Seegang
Für den Seegang nutzen wir Open-Meteo Marine — signifikante Wellenhöhe, Periode und Richtung. Unter 30 cm gilt das Meer als spiegelglatt; zwischen 30 und 80 cm ist es bewegt aber an den meisten Stränden nutzbar; über einem Meter sinkt der Score schnell (Brandung, schwieriges Baden mit Kindern, potenzielle Gefahren an Felsküsten). Auch hier zählt die Ausrichtung: die gleiche Meter-Welle, die in Maria Pia eine Luftmatratze umwirft, ist in der Bucht von Porto Istana nicht spürbar.
3. Küstenausrichtung
Jeder Strand hat ein Expositionsprofil, das für jeden der acht Hauptwinde (Mistral, Tramontana, Grecale, Levante, Schirokko, Ostro, Libeccio, Ponente) angibt, ob die Bucht geschützt, teilweise geschützt oder exponiert ist. Das ist keine automatische Schätzung: jede Bucht wurde von Hand geprüft, anhand der Küstenlinie, der Berge und dokumentierter lokaler Kenntnisse. Deshalb funktionieren Seiten wie vor dem Mistral geschützte Strände auch an den schlimmsten Windtagen.
4. Posidonia-Risiko
Posidonia oceanica ist eine geschützte Meerespflanze, die auf gesunden sardischen Meeresgründen wächst: ihre Anwesenheit ist ein hervorragendes biologisches Zeichen, aber tote Blätter werden an Land gespült, wenn das Meer sie in die Bucht drückt. Es ist kein Müll, sondern ein natürliches Phänomen — für viele Gäste aber ein Auswahlkriterium. AURA berechnet einen täglichen Posidonia-Risikoindex.
Bei hohem Risiko weisen wir auf der Strandseite explizit darauf hin. Das ist kein Urteil gegen den Strand: es heißt nur, dass heute, an dieser konkreten Bucht, wahrscheinlich Blätter am Ufer liegen.
5. Wetter und Temperatur
Sonne, Bewölkung, Regenwahrscheinlichkeit und gefühlte Temperatur fließen mit geringerem Gewicht als der Wind in die Berechnung ein, sind aber der letzte Modulator. Ein klarer Tag bei 28°C und glatter See ist eine glatte 10; derselbe Strand bei bedecktem Himmel und 19°C sinkt auf 7. Unter 18°C oder bei nennenswertem Regen liegt der Score höchstens bei 6, selbst bei perfektem Wind.
Die Farbskala
- Grün (8–10): rundum gelungener Tag. Ruhige oder fast ruhige See, schwacher oder ablandiger Wind, schönes Wetter.
- Gelb (5–7): mit kleinen Kompromissen machbar — etwas Nachmittagswind, leichter Seegang oder Wolken. Oft eine gute Wahl, wenn man früh kommt.
- Rot (0–4): für einen entspannten Tag nicht empfehlenswert. Beständiger auflandiger Wind, hoher Seegang oder schlechtes Wetter.
Warum wir dem Ergebnis trauen
Drei praktische Gründe. Beobachtete Daten, nicht nur Prognosen — wenn eine ARPAS-Station in Reichweite ist, bevorzugt AURA immer die echte Messung. Handgeprüfte Exposition — die Wind-für-Wind-Karte jedes Strands ist ein Audit, kein Algorithmus. Stündliche Aktualisierung — die Prognose wird laufend erneuert, der Score sofort neu berechnet.
Domande frequenti
Wie ist die AURA-Score-Skala?+
Von 0 bis 10. Über 8 ist grün (rundum gelungener Strandtag), 5 bis 7 ist gelb (mit kleinen Kompromissen machbar), unter 5 ist rot (für einen entspannten Tag nicht empfehlenswert).
Woher kommen die Wind- und Wellendaten?+
Wir kombinieren die hochauflösenden Vorhersagen von Open-Meteo mit echten Messungen physischer Stationen — insbesondere des ARPAS-Sardegna-Netzes — sobald eine Station in Reichweite ist. Für Wellen nutzen wir Open-Meteo Marine, stündlich aktualisiert.
Warum können zwei benachbarte Strände sehr unterschiedliche Scores haben?+
Weil die Ausrichtung alles ändert. Eine nach Osten geöffnete Bucht ist vom Mistral natürlich geschützt, ein paar hundert Meter weiter kann eine nach Nordwesten gerichtete Bucht am selben Tag einen Meter Welle und 40 km/h Böen erleben. AURA berücksichtigt die genaue Windrichtung im Verhältnis zur Küstenlinie.
Welcher Faktor wiegt am schwersten?+
Der Wind dominiert — sowohl in Geschwindigkeit als auch in Richtung relativ zur Küste. Wellenhöhe kommt danach. Wetter (Sonne, Regen, Temperatur) und Posidonia-Risiko sind Modulatoren, die den Score um 1 bis 2 Punkte verschieben können.
Ändert sich der Score im Lauf des Tages?+
Ja. Der AURA Score bezieht sich auf das Kernzeitfenster (10–17 Uhr) und wird bei jeder Vorhersageaktualisierung neu berechnet. Ein sardischer Strand kann morgens grün und nachmittags gelb sein, wenn der Mistral aufkommt — der Score zeigt das in Echtzeit.